FAQ - Häufig gestellte Fragen

Sexualität

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Immer mehr Jugendliche benutzen die Webcam, um sich sexuell zu entdecken. Das passiert aber nicht immer auf dieselbe Weise, die meisten enthüllen sich erst beim „ersten Mal“. Dieses Verhalten Ihrer Tochter können Sie als „normales experimentieren“ ansehen. Ihre Tochter hat gelernt, dass sie mit ihrem Körper eine gewisse Macht hat und dass es aufregend ist, seine Grenzen zu testen.

Es ist wichtig, den Dialog mit Ihrer Tochter aufrecht zu erhalten. Erklären Sie ihr einfach, dass diese neue Technik nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile hat. Ein junges Mädchen, dass sich vor einer Webcam auszieht ist sich vielleicht nicht bewusst, dass dieses Video vor Millionen von Internetnutzern landen kann. Es gibt keine Kontrolle darüber, was der Gegenüber mit diesen Bildern macht. Er kann sie ohne Erlaubnis mitschneiden und dann auf einer Webseite verbreiten. Außerdem ist dieses Verhalten in diesem Alter sehr früh. Wenn Ihre Tochter dies schon in diesem Alter macht, ohne sich über die Folgen bewusst zu sein, geht sie das Risiko ein, dass andere ihre Freizügigkeit ebenfalls missbrauchen. Ihre Tochter findet mehr Informationen dazu auf www.clicksafe.be/jongeren/?q=fr (auf Französisch) oder auf www.loveline.de (auf Deutsch).

Wenn Ihre Tochter mit diesem Verhalten nicht aufhören will, können Sie eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, etwa die Webcam bzw. das Internet provisorisch zu verbieten. Diese Maßnahmen sind an und für sich nicht schlecht. Sie haben aber nicht die erwünschte Wirkung, wenn Sie Ihrer Tochter nicht erklären, warum sie diese nehmen. Sie sollten darum mit ihr darüber reden, welche Risiken ihr Verhalten mit sich bringt. Fragen Sie sie, warum sie so handelt. Was erhofft sie sich damit? Leidet sie an mangelnder Aufmerksamkeit? Untersuchen Sie die Gründe, warum Ihre Tochter so handelt und geben Sie ihr mehr Aufmerksamkeit.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Über das Internet sind Kinder absichtlich oder unabsichtlich im Kontakt mit Pornografie und Sexualität. Als Eltern sollten Sie aufpassen, dass Ihr Kind dem nicht zu früh ausgesetzt ist. Für jüngere Kinder, die noch einfach zu beeinflussen sind, kann man noch technische Möglichkeiten wie Filter in Erwägung ziehen. Diese Maßnahme funktioniert aber nicht mehr für ältere Kinder – denen man außerdem auch die Möglichkeit geben sollte, sich mittels seriöser Quellen über Sexualität zu informieren.

Ihre Tochter hat anscheinend solche sexuellen Bilder im Internet gesehen. Ein zwölfjähriges Mädchen, das sich für Sexualität interessiert ist etwas früh dran, aber das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Sie findet diese kleinen erotischen Spiele auf MSN wahrscheinlich aufregend und will in ihrer Entwicklungsphase wahrscheinlich ihre Neugierde ausleben und dieses erregende Verhalten ausprobieren. Sagen Sie Ihr offen, dass Sie sie dafür zu jung finden und dass ihre explizite Sprache sie schockiert. Aber dass ihre Tochter ihre Grenzen auslotet und mit ihren Gefühlen experimentiert ist normal.

Machen Sie sich keine Sorgen, aber setzen Sie klare Grenzen. Es wäre gut, mit Ihrer Tochter darüber zu reden. In diesem jungen Alter ist es normal, dass Sie ihr Verhalten im Internet überwachen. Erklären Sie Ihr die Risiken, die mit ihrem Verhalten kommen. Warnen Sie sie zum Beispiel davor, mit den falschen Personen zu chatten oder sich mit Unbekannten zu treffen. Erklären Sie vor allem die Gründe für Ihre Sorge. Sie kann auch auf unsere (französische) Webseite für Jugendliche gehen: www.clicksafe.be/jongeren/?q=fr

Erklären Sie ihr auch, dass Sie ihr das Vertrauen geben wollen, das sie verdient. Machen Sie klare Absprachen zur ihrer Internetnutzung. Sie können zum Beispiel den Computer in einen gemeinsam genutzten Raum stellen und den Gebrauch von MSN auf eine feste Zeit pro Tag beschränken. Sprechen Sie diese Regeln gemeinsam ab. Erklären Sie auch, was die Konsequenzen wären, wenn sie diese Regeln bricht. Schließlich können Sie regelmäßig mit ihr zusammen überprüfen, was sie auf MSN macht.

Das Gespräch sollte in einer positiven Atmosphäre stattfinden. Sehen Sie das als Möglichkeit, von Ihren eigenen Normen und Werten zu sprechen. Passen Sie auf, dass sie sich wegen ihres gerade entdeckten Interesses an Sexualität nicht schuldig fühlt. Denken Sie darüber nach, dass Ihre Tochter vielleicht diese Kontakte schätzt, weil sie fühlen will, jemand zu sein, wichtig oder anziehend zu sein. Achten Sie deshalb darum ihr zu Hause genügend Aufmerksamkeit, Sicherheit und Anerkennung zu geben.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

In diesem Alter sind Jungen sehr interessiert an allem, was mit dem weiblichen Körper zu tun hat. Brüste und Geschlechtsteile an zu sehen ist für sie nicht mehr einfach nur Neugierde, sondern es erregt sie sexuell.

Geschlechtsteile des anderen Geschlechts anzusehen ist in diesem Alter normal, und das ist schon immer so. Früher konnte man den Körper erst dann kennen lernen, nachdem man seinen Partner getroffen hat. Heute braucht man nicht mehr zu warten, es gibt ja den PC, der sich zwischen die Menschen stellt. Es reicht, beim Chatten die Webcam ein zu schalten oder Fotos von sich zu verschicken. Trotzdem enthüllen sich die meisten Jugendlichen auch heute erst beim „ersten Mal“.

Diese Evolution hat natürlich ihre Nachteile. Ein Mädchen, das Nacktfotos übers Internet verschickt ist sich vielleicht nicht bewusst, dass diese Fotos in falsche Hände geraten könnten. Andererseits kann ein Junge, der solche Fotos sieht denken, dass es im echten Leben genauso einfach geht. Sie sollten sich mit Ihrem Sohn darüber unterhalten, wie er Sexualität sieht. Sagen Sie ihm, dass Sie sich darüber Sorgen machen, dass ein Mädchen sich so enthüllt. Findet Ihr Sohn es normal, dass Mädchen so handeln? Vielleicht hat er auch Fotos von sich selbst verschickt? Wer anderes kann diese Fotos auch sehen?

Sie können nichts anderes tun, als mit ihm zu reden, denn am Ende trifft Ihr Sohn seine eigene Wahl und wird selber entscheiden, auf seine Eltern zu hören oder nicht. Dies aber hängt sehr davon ab, welche Haltung Sie in dieser Diskussion einnehmen. Versuchen Sie, nicht ärgerlich oder abweisend zu reagieren. Erklären Sie eher, dass Sie mit Recht überrascht und besorgt sind. Er kann dann diese Sorgen durch seine Erklärungen zerstreuen und erklären, was er in seinem Alter normal findet und was nicht.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Während der Pubertät sind Jugendliche – oder zumindest manche Jugendliche – aktiv auf der Suche nach Pornografie im Internet. Ihre Hormone sind am Kochen, und da ist es sinnlos, ihnen das beim Surfen zu verbieten. Wenn Sie Ihren Sohn dabei überraschen, Pornografie an zu sehen, nutzen Sie die Gelegenheit, über sexuelle Erziehung zu reden.

Sie können zum Beispiel von der vereinfachten und beschränkten Art von Sexualität reden, die man auf den meisten Pornoseiten sehen kann. Die meisten Pornos beschränken sich nur auf „den Akt“ und schweigen über den Rest. Sie können auch über das unrealistische Bild der immer erregten und provokativen Frau reden.

Klären Sie Ihren Sohn darüber auf, dass sich der Sex im Internet, sowie der Sex im Fernsehen, oft sehr stark von der Realität unterscheidet. Zeigen Sie Ihrem Sohn auch einige Webseiten, die gute Informationen zur Sexualität bieten:

www.loveline.de

www.sexsicher.de

Ihr Sohn findet auch unter www.clicksafe.be/jongeren/q=fr mehr Informationen zum Ansehen von Pornofilmen (auf Französisch)

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Kinder, die sich im Chat treffen haben manchmal Lust, zu telefonieren oder sich zu treffen. Sagen Sie Ihrer Tochter, dass das möglich ist, aber sagen Sie auch, warum das nicht geht, ohne dass Sie davon wissen. Menschen, die sich übers Internet kennen, bleiben Unbekannte, und daher gibt es alle möglichen Risiken bei einem Treffen. Sagen Sie Ihrer Tochter, dass auch Erwachsene mit schlechten (bzw. sexuellen) Motiven im Internet unterwegs sind.

Ein Telefongespräch mit dem Chat-Freund kann schon einmal ein paar Zweifel zerstreuen. Wenn ihr Freund dasselbe Alter hat, können Sie seine Eltern verständigen und mit Ihnen ein Treffen absprechen. Es ist besser, wenn ein Erwachsener dabei ist. Wie auch immer, lassen Sie Ihre Tochter verstehen, dass sie zumindest jemand anderen mit nehmen muss – eine/n Freund/in, zum Beispiel, dass sie Ihr Handy mitnehmen muss und dass das Treffen tagsüber an einem öffentlichen Ort stattfinden sollte.

Wenn Sie merken, dass Ihre Tochter heimlich Treffen mit Unbekannten aus macht, ist es wichtig, dass Sie eingreifen. Machen Sie klare Absprachen über den Internetgebrauch. Oft sind Kinder zwischen 12 und 15 Jahren sehr offen für Komplimente von Unbekannten und haben damit genug Vertrauen, um persönliche Informationen preis zu geben oder ein Treffen zu akzeptieren. Wenn Ihr Kind solche Treffen will, braucht es vielleicht mehr Aufmerksamkeit. Es ist auf jeden Fall wichtig für ein Kind, jemand zu sein und auf jemanden Eindruck zu machen.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.