FAQ - Häufig gestellte Fragen

Kommunikation

Wenn Sie auf Ihre Fragen zur Online-Sicherheit keine Antwort finden, schicken Sie uns einfach eine E-Mail an unsere Helpline clicksafe@childfocus.org, wir antworten garantiert!

Für Anfragen nach Vorträgen, kontaktieren Sie bitte info@durchklick.be.

Generell ist es unmöglich, fest zu legen, ab wann ein Kind „reif“ genug ist, digitale Medien zu nutzen. Ein 10-jähriger, der bei dem Umgang richtig begleitet und unterstützt wird ist wohl weniger den Risiken ausgesetzt als ein 14-jähriger, der vor dem Computer alleine gelassen wird. Darum lautet unser Rat: nutzen Sie das Internet zusammen mit Ihrem Kind. Fragen Sie nach, auf welche Seiten ihr Kind geht und beobachten Sie, wie es sich dort verhält. Sprechen Sie mit ihm verschiedene Risiken an und geben sie Tipps, wie man sie umgehen kann. So behält Ihr Kind den Reflex, Sie bei Problemen um Rat zu fragen und Sie können besser einschätzen, was für Ihr Kind geeignet ist und was nicht.

E-Mail

Für eine sichere E-Mail-Adresse, wählen Sie einen Namen, der so neutral wie möglich ist (das heißt, nicht so etwas wie sexybabe@email.be) und verraten Sie nicht das Geschlecht Ihres Kindes. Für kleine Kinder sollte eine E-Mail-Adresse mit vorname.name vermieden werden.

Ihr Hotmail-Konto wird deaktiviert, wenn Sie sich nach 120 Tagen (d.h. nach vier Monaten) bzw. 10 Tage nach dem Erstellen Ihres Kontos nicht eingeloggt haben. Wenn ein Konto deaktiviert wird, werden alle Nachrichten, Dateien und Adressbücher gelöscht. Der Name des Kontos bleibt jedoch und wird erst deaktiviert, wenn das Konto 90 Tage lang deaktiviert bleibt.

Sie können ein Konto auch selbst löschen, indem Sie auf diesen Link klicken: http://accountservices.passport.net und danach auf „Account löschen“ klicken.

Kinder haben ein Recht auf ihre Privatsphäre. Sie sollten nicht ohne weiteres in den Posteingang Ihres Kindes schauen, dies ist ein Vergehen gegen das Briefgeheimnis. Andererseits müssen Sie als Elternteil Ihr Kind erziehen, und keine Erziehung ohne Begleitung.

Sagen Sie Ihren Kindern, dass Sie regelmäßig ihren Posteingang mit Ihnen überprüfen wollen. Sie können nach ihrem Passwort fragen, oder gemeinsam in den Posteingang sehen.

Dies geht, indem Sie die Empfängeradressen in das Feld „Bcc“ anstatt „An“ bzw. „Cc“ schreiben. Wenn Sie die E-Mail an mehrere Personen schicken, ohne die Erlaubnis zu haben, die E-Mail-Adressen weiter zu schicken, ist dies der beste Weg. Sie wissen nicht, was andere mit diesen Adressen machen könnten.

Die meisten E-Mail-Programme haben einen Anti-Spam-Filter. Dieser setzt diese Mails automatisch in ein getrenntes Verzeichnis für unerwünschte E-Mail.

„Spammer“ benutzen oft Computer, die das Internet nach E-Mail-Adressen absuchen. Wenn Ihre E-Mail-Adresse auf einer Webseite veröffentlicht ist, bekommen Sie sehr wahrscheinlich Spam-Mails. Das Risiko wird etwas kleiner, wenn Sie anstatt des „@“ in Ihrer Adresse das AT ausschreiben oder (at) schreiben. Solche Adressen werden oft nicht von Suchmaschinen erkannt. Das Spam-Risiko steigt ebenfalls, wenn Sie sich bei vielen Informationsmails oder anderen Newslettern anmelden.

Bringen Sie Ihrem Kind bei, nur E-Mails von Personen zu öffnen, die es kennt, die aber „seltsam“ aussehen. Zeigen Sie ihm, wie man diese Art von Spam aus dem Posteingang löscht.

Diese E-Mails sind meistens eine Art Spam und funktionieren ähnlich wie die Kettenmails von früher. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich ein Handy oder ein anderes Geschenk bekommen sind so gut wie null. Sie sollten diese E-Mails löschen und sie auf keinen Fall weiter schicken.

Chatten

Unsere Kinder und Jugendlichen wachsen in einer Welt auf, in der Computer und das Internet nicht mehr weg zu denken sind. Für sie sind das keine „neuen“ Medien, sondern etwas, das sie schon immer kennen und das zu ihrem Leben und ihrer Umwelt gehört. Da wo Eltern das Internet vor allem zur Informationssuche benutzen, haben Jugendliche entdeckt, welche Macht die neuen Kommunikationsformen haben. Sie können damit stundenlang mit ihren Freunden chatten, ohne dass dies irgendetwas kostet. Der stundenlange Chat hat das stundenlange Telefonieren abgelöst. Neben dem direkten Kontakt ist er zu einem der wichtigsten Kommunikationsmitteln geworden. Kinder, die heute nicht chatten können, sind somit einer Form von sozialem Ausschluss ausgesetzt.

Fragen Sie Ihr Kind, warum es so gerne chattet – sie werden lernen, warum es für ihn so wichtig ist. Anstatt ihm das Chatten zu verbieten, machen Sie Absprachen über die Zeiten, in denen es chatten darf, wie lange, was es darf und was nicht etc.

Die goldene Regel ist immer, dass ein Minimum von persönlichen Informationen verraten werden sollten. Wenn Ihre Kinder mit Freunden chatten, die sie auch in Wirklichkeit kennen ist es natürlich klar, dass man mehr verraten kann. Vor Personen, die man noch nie getroffen hat, sollte man aber misstrauisch bleiben. Das Internet kann schnell den Eindruck vermitteln, dass Ihr Kind den Gesprächspartner kennt und dass er ein Freund ist. Das ist nicht unbedingt so, darum ist Vorsicht geboten!

Machen Sie mit Ihrem Kind aus, dass es nicht mit Personen chatten darf, die es auch nicht in echt kennt. Gehen Sie mit ihm regelmäßig seine Kontaktliste durch und fragen Sie nach, wer die Personen sind und woher sie bekannt sind. Das Internet vermittelt schnell eine Nähe zum Gesprächspartner, und Kinder glauben oft, dass sie Menschen „kennen“, von denen sie nur die E-Mail-Adresse haben.

Zwischen fünf und sieben Jahren fangen Kinder an, den Unterschied zwischen guten und bösen Absichten von anderen Menschen zu machen. Sie merken, dass die Welt nicht nur voller Unterstützens werter Dinge ist. Glücklicherweise verstehen sie auch, dass niemand vollständig gut oder vollständig böse ist.

Kinder stellen oft eine große Zahl von Fragen darüber, warum etwas in ihrem Leben oder im Fernsehen passiert. Warum machen diese Menschen etwas, was verboten ist? Es ist wichtig, diese Fragen ehrlich zu beantworten. So lernen Kinder, was in der Welt passiert und dass es gute und schlechte Dinge gibt.

Übertreiben Sie nicht dabei, die Risiken hervor zu heben. Erklären Sie Ihren Kindern, dass immer etwas passieren kann, aber erklären sie gleichzeitig dass das Internet normalerweise eine Quelle für gute Erfahrungen ist. Bringen Sie ihnen bei, auf zu passen, aber ohne Angst vor allem und jedem zu haben.

Da „Chatrooms“ oft auf Webseiten untergebracht sind, gibt es oft keine besondere Möglichkeit, sie zu sichern. Das heißt aber nicht unbedingt, dass das Chatten darauf gefährlich ist. Wenn Ihr Kind einen solchen Chatraum besuchen will, suchen sie einen aus, in dem es ständig Moderatoren gibt. Wenn es ein Problem gibt, kann Ihr Kind dies melden und der Moderator kann unverzüglich eingreifen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es mit einer einschüchternden Situation umgehen kann, und wie es einen Moderator kontaktieren kann.

Grundsätzlich ist der elektronische Personalausweis dafür entwickelt worden, zusätzliche Sicherheit zu bieten. Dies muss man aber relativieren. Es ist immer noch möglich, sich mit dem Personalausweis eines anderen zu verbinden. Außerdem gibt es nur sehr wenige Webangebote, die den elektronischen Ausweis verwenden. Alle Freizeitaktivitäten funktionieren beispielsweise nur mit einer Identifizierung per E-Mail-Adresse, nicht über den Personalausweis.

Die Konfiguration von MSN ist vom Benutzer abhängig. Wenn mehrere Personen ein Konto auf demselben Computer haben, sind Ihre Einstellungen für Windows Messenger nicht unbedingt dieselben. Um etwas an Ihrer Konfiguration zu ändern, müssen Sie sich im Programm identifizieren. Dafür brauchen Sie ein Passwort.

Kinder, die sich im Chat treffen haben manchmal Lust, zu telefonieren oder sich zu treffen. Sagen Sie Ihrer Tochter, dass das möglich ist, aber sagen Sie auch, warum das nicht geht, ohne dass Sie davon wissen. Menschen, die sich übers Internet kennen, bleiben Unbekannte, und daher gibt es alle möglichen Risiken bei einem Treffen. Sagen Sie Ihrer Tochter, dass auch Erwachsene mit schlechten (bzw. sexuellen) Motiven im Internet unterwegs sind.

Ein Telefongespräch mit dem Chat-Freund kann schon einmal ein paar Zweifel zerstreuen. Wenn ihr Freund dasselbe Alter hat, können Sie seine Eltern verständigen und mit Ihnen ein Treffen absprechen. Es ist besser, wenn ein Erwachsener dabei ist. Wie auch immer, lassen Sie Ihre Tochter verstehen, dass sie zumindest jemand anderen mit nehmen muss – eine/n Freund/in, zum Beispiel, dass sie Ihr Handy mitnehmen muss und dass das Treffen tagsüber an einem öffentlichen Ort stattfinden sollte.

Wenn Sie merken, dass Ihre Tochter heimlich Treffen mit Unbekannten aus macht, ist es wichtig, dass Sie eingreifen. Machen Sie klare Absprachen über den Internetgebrauch. Oft sind Kinder zwischen 12 und 15 Jahren sehr offen für Komplimente von Unbekannten und haben damit genug Vertrauen, um persönliche Informationen preis zu geben oder ein Treffen zu akzeptieren. Wenn Ihr Kind solche Treffen will, braucht es vielleicht mehr Aufmerksamkeit. Es ist auf jeden Fall wichtig für ein Kind, jemand zu sein und auf jemanden Eindruck zu machen.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

In diesem Alter sind Jungen sehr interessiert an allem, was mit dem weiblichen Körper zu tun hat. Brüste und Geschlechtsteile an zu sehen ist für sie nicht mehr einfach nur Neugierde, sondern es erregt sie sexuell.

Geschlechtsteile des anderen Geschlechts anzusehen ist in diesem Alter normal, und das ist schon immer so. Früher konnte man den Körper erst dann kennen lernen, nachdem man seinen Partner getroffen hat. Heute braucht man nicht mehr zu warten, es gibt ja den PC, der sich zwischen die Menschen stellt. Es reicht, beim Chatten die Webcam ein zu schalten oder Fotos von sich zu verschicken. Trotzdem enthüllen sich die meisten Jugendlichen auch heute erst beim „ersten Mal“.

Diese Evolution hat natürlich ihre Nachteile. Ein Mädchen, das Nacktfotos übers Internet verschickt ist sich vielleicht nicht bewusst, dass diese Fotos in falsche Hände geraten könnten. Andererseits kann ein Junge, der solche Fotos sieht denken, dass es im echten Leben genauso einfach geht. Sie sollten sich mit Ihrem Sohn darüber unterhalten, wie er Sexualität sieht. Sagen Sie ihm, dass Sie sich darüber Sorgen machen, dass ein Mädchen sich so enthüllt. Findet Ihr Sohn es normal, dass Mädchen so handeln? Vielleicht hat er auch Fotos von sich selbst verschickt? Wer anderes kann diese Fotos auch sehen?

Sie können nichts anderes tun, als mit ihm zu reden, denn am Ende trifft Ihr Sohn seine eigene Wahl und wird selber entscheiden, auf seine Eltern zu hören oder nicht. Dies aber hängt sehr davon ab, welche Haltung Sie in dieser Diskussion einnehmen. Versuchen Sie, nicht ärgerlich oder abweisend zu reagieren. Erklären Sie eher, dass Sie mit Recht überrascht und besorgt sind. Er kann dann diese Sorgen durch seine Erklärungen zerstreuen und erklären, was er in seinem Alter normal findet und was nicht.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Über das Internet sind Kinder absichtlich oder unabsichtlich im Kontakt mit Pornografie und Sexualität. Als Eltern sollten Sie aufpassen, dass Ihr Kind dem nicht zu früh ausgesetzt ist. Für jüngere Kinder, die noch einfach zu beeinflussen sind, kann man noch technische Möglichkeiten wie Filter in Erwägung ziehen. Diese Maßnahme funktioniert aber nicht mehr für ältere Kinder – denen man außerdem auch die Möglichkeit geben sollte, sich mittels seriöser Quellen über Sexualität zu informieren.

Ihre Tochter hat anscheinend solche sexuellen Bilder im Internet gesehen. Ein zwölfjähriges Mädchen, das sich für Sexualität interessiert ist etwas früh dran, aber das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Sie findet diese kleinen erotischen Spiele auf MSN wahrscheinlich aufregend und will in ihrer Entwicklungsphase wahrscheinlich ihre Neugierde ausleben und dieses erregende Verhalten ausprobieren. Sagen Sie Ihr offen, dass Sie sie dafür zu jung finden und dass ihre explizite Sprache sie schockiert. Aber dass ihre Tochter ihre Grenzen auslotet und mit ihren Gefühlen experimentiert ist normal.

Machen Sie sich keine Sorgen, aber setzen Sie klare Grenzen. Es wäre gut, mit Ihrer Tochter darüber zu reden. In diesem jungen Alter ist es normal, dass Sie ihr Verhalten im Internet überwachen. Erklären Sie Ihr die Risiken, die mit ihrem Verhalten kommen. Warnen Sie sie zum Beispiel davor, mit den falschen Personen zu chatten oder sich mit Unbekannten zu treffen. Erklären Sie vor allem die Gründe für Ihre Sorge. Sie kann auch auf unsere (französische) Webseite für Jugendliche gehen: www.clicksafe.be/jongeren/?q=fr

Erklären Sie ihr auch, dass Sie ihr das Vertrauen geben wollen, das sie verdient. Machen Sie klare Absprachen zur ihrer Internetnutzung. Sie können zum Beispiel den Computer in einen gemeinsam genutzten Raum stellen und den Gebrauch von MSN auf eine feste Zeit pro Tag beschränken. Sprechen Sie diese Regeln gemeinsam ab. Erklären Sie auch, was die Konsequenzen wären, wenn sie diese Regeln bricht. Schließlich können Sie regelmäßig mit ihr zusammen überprüfen, was sie auf MSN macht.

Das Gespräch sollte in einer positiven Atmosphäre stattfinden. Sehen Sie das als Möglichkeit, von Ihren eigenen Normen und Werten zu sprechen. Passen Sie auf, dass sie sich wegen ihres gerade entdeckten Interesses an Sexualität  nicht schuldig fühlt. Denken Sie darüber nach, dass Ihre Tochter vielleicht diese Kontakte schätzt, weil sie fühlen will, jemand zu sein, wichtig oder anziehend zu sein. Achten Sie deshalb darum ihr zu Hause genügend Aufmerksamkeit, Sicherheit und Anerkennung zu geben.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Webcam

Die Webcam ist ein Werkzeug, das Jugendlichen noch mehr Interaktion bietet. Man kann sich nicht nur unterhalten, sondern sich auch in Echtzeit sehen! Sie kann so auch als ein Kontrollinstrument benutzt werden, mit dem man sich der Identität der anderen Person versichern kann. Am besten, man vereinbart ein Zeichen, dass man sich macht, wenn man sich über die Webcam verbindet. Eine Webcam sollte man immer nur zu zweit benutzen, niemals einseitig.

Man sollte aber daran denken, dass man Webcam-Videos auch mitschneiden und speichern kann, oder Fotos von seinem Gesprächspartner machen kann, ohne dass der das merkt. Um alle Probleme zu vermeiden, sollten Sie Ihre Kinder darüber aufklären, und über ihre Verhaltensweisen reden.

Immer mehr Jugendliche benutzen die Webcam, um sich sexuell zu entdecken. Das heißt nicht, dass alle Jugendliche sich vor der Webcam ausziehen: Die meisten enthüllen sich erst beim „ersten Mal“. Dieses Verhalten Ihrer Tochter können Sie als „normales experimentieren“ ansehen. Ihre Tochter hat gelernt, dass sie mit ihrem Körper eine gewisse Macht hat und dass es aufregend ist, seine Grenzen zu testen.

Es ist wichtig, den Dialog mit Ihrer Tochter aufrecht zu erhalten. Erklären Sie ihr einfach, dass diese neue Technik nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile hat. Ein junges Mädchen, dass sich vor einer Webcam auszieht ist sich vielleicht nicht bewusst, dass dieses Video bei Millionen von Internetnutzern landen kann. Es gibt keine Kontrolle darüber, was der Gegenüber mit diesen Bildern macht. Er kann sie ohne Erlaubnis mitschneiden und dann auf einer Webseite verbreiten. Außerdem ist dieses Verhalten in diesem Alter sehr früh. Wenn Ihre Tochter dies schon in diesem Alter macht, ohne sich über die Folgen bewusst zu sein, geht sie das Risiko ein, dass andere ihre Freizügigkeit ebenfalls missbrauchen. Ihre Tochter findet mehr Informationen dazu auf www.clicksafe.be/jongeren/?q=fr (auf Französisch) oder auf www.loveline.de (auf Deutsch).

Wenn Ihre Tochter mit diesem Verhalten nicht aufhören will, können Sie eine Reihe von Maßnahmen nehmen, etwa die Webcam bzw. das Internet provisorisch zu verbieten. Diese Maßnahmen sind an und für sich nicht schlecht. Sie haben aber nicht die erwünschte Wirkung, wenn Sie Ihrer Tochter nicht erklären, warum sie diese nehmen. Sie sollten darum mit ihr darüber reden, welche Risiken ihr Verhalten mit sich bringt. Fragen Sie sie, warum sie so handelt. Was erhofft sie sich damit? Leidet sie an mangelnder Aufmerksamkeit? Untersuchen Sie die Gründe, warum Ihre Tochter so handelt und geben Sie ihr mehr Aufmerksamkeit.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Fotos und Videos

Die Webcam ist ein Werkzeug, das Jugendlichen noch mehr Interaktion bietet. Man kann sich nicht nur unterhalten, sondern sich auch in Echtzeit sehen! Sie kann so auch als ein Kontrollinstrument benutzt werden, mit dem man sich der Identität der anderen Person versichern kann. Am besten, man vereinbart ein Zeichen, dass man sich macht, wenn man sich über die Webcam verbindet. Eine Webcam sollte man immer nur zu zweit benutzen, niemals einseitig.

Man sollte aber daran denken, dass man Webcam-Videos auch mitschneiden und speichern kann, oder Fotos von seinem Gesprächspartner machen kann, ohne dass der das merkt. Um alle Probleme zu vermeiden, sollten Sie Ihre Kinder darüber aufklären, und über ihre Verhaltensweisen reden.

In diesem Alter sind Jungs sehr interessiert an allem, was mit dem weiblichen Körper zu tun hat. Brüste und Geschlechtsteile an zu sehen ist für sie nicht mehr einfach nur Neugierde, sondern erregt sie sexuell.

Geschlechtsteile des anderen Geschlechts anzusehen ist in diesem Alter normal, und das ist schon immer so. Früher konnte man den Körper erst dann kennen lernen, nachdem man seinen Partner getroffen hat. Heute braucht man nicht mehr zu warten, es gibt ja den PC, der sich zwischen die Menschen stellt. Es reicht, beim Chatten die Webcam ein zu schalten oder Fotos von sich zu verschicken. Trotzdem enthüllen sich die meisten Jugendlichen auch heute erst beim „ersten Mal“.

Diese Evolution hat natürlich ihre Nachteile. Ein Mädchen, das Nacktfotos übers Internet verschickt ist sich vielleicht nicht bewusst, dass diese Fotos in falsche Hände geraten könnten. Andererseits kann ein Junge, der solche Fotos sieht denken, dass es im echten Leben genauso einfach geht. Sie sollten sich mit Ihrem Sohn darüber unterhalten, wie er Sexualität sieht. Sagen Sie ihm, dass Sie sich darüber Sorgen machen, dass ein Mädchen sich so enthüllt. Findet Ihr Sohn es normal, dass Mädchen so handeln? Vielleicht hat er auch Fotos von sich selbst verschickt? Wer anderes kann diese Fotos noch sehen?

Sie können nichts anderes tun, als mit ihm zu reden, denn am Ende trifft Ihr Sohn seine eigene Wahl und wird selber entscheiden, auf seine Eltern zu hören oder nicht. Dies aber hängt sehr davon ab, welche Haltung Sie in dieser Diskussion einnehmen. Versuchen Sie, nicht ärgerlich oder abweisend zu reagieren. Erklären Sie eher, dass Sie mit Recht überrascht und besorgt sind. Er kann dann diese Sorgen durch seine Erklärungen zerstreuen und erklären, was er in seinem Alter normal findet und was nicht.

Diese Antwort beruht auf: Pardoen, J. und Pijpers, R. (2006): Verliefd op internet. Over het internetgedrag van pubers. Amsterdam: SWP.

Jeder ist vom Recht am eigenen Bild betroffen. Das heißt, dass jemand, der Fotos online setzen will, auf dem andere Personen klar erkennbar sind, erst nach Erlaubnis fragen muss. Bei minderjährigen Kindern müssen das im Prinzip die Eltern sein.

Wenn jemand ein erkennbares Bild von Ihrem Kind online gesetzt hat, können Sie sich dem widersetzen. Fragen Sie zunächst die Person, die das Bild veröffentlicht hat. Erklären Sie ihr, dass Sie nicht gut finden, dass das Bild im Internet ist und dass sie unter dem Recht am eigenen Bild wollen, dass es gelöscht wird. Wenn das nicht funktioniert, können Sie immer noch den Anbieter der Webseite kontaktieren. Wenn alles nichts hilft, können Sie die Polizei eine Verletzung des Rechtes am eigenen Bild melden.

Soziale Netzwerke

Es gibt verschiedene Anbieter, bei denen man ein Weblog oder ein Profil einrichten kann. Die meist benutzten Anbieter sind Skynet (auf dem man ein Skyblog einrichten kann), Windows Live Spaces, Netlog, Hi5, Facebook usw. Es gibt auf jeden Fall Unterschiede zwischen ihnen. Bei manchen Anbietern kann man kostenlose Musik, Videos oder Fotos herunter laden, bei anderen nicht. Bei manchen kann man auch chatten, bei anderen nicht.

Die Regeln zur Meinungsfreiheit gelten auch für Profile. Rassistische Bemerkungen oder andere widerrechtliche Arten von Diskriminierung, sind hier ebenso wenig erlaubt wie anderswo. Ansonsten dürfen auch keine Kontaktangaben oder Fotos von anderen Personen veröffentlicht werden, ohne dass sie einverstanden sind. Wenn sich jemand durch den Inhalt eines Profils oder Blogs verletzt fühlt, kann er den Anbieter kontaktieren und einen eventuellen Missbrauch melden. Der Anbieter hat dann das Recht, diese Meldung weiter zu verfolgen.

Fast alle Anbieter von Profilen haben Geschäftsbedingungen, die etwa pornografische Inhalte oder Beleidigungen ausschließen. Aus diesem Grund haben Anbieter das Recht, solche Inhalte zu löschen.

Auf einem Profil werden normalerweise Nachrichten zu ihren Interessen, Aktivitäten usw. veröffentlicht – alles Angaben, die zu einer Persönlichkeit gehören. Daran ist aber nichts schlimmes – der Benutzer entscheidet, was er veröffentlicht und was nicht. Es gibt aber einen Unterschied zwischen dem Äußern von Meinungen, Interessen und Aktivitäten und dem Veröffentlichen von persönlichen Daten wie etwa Kontaktangaben. Diese Inhalte sollten privat bleiben. Das, was auf einem Profil veröffentlicht wurde, ist für viele Menschen sichtbar, und das kann auch Menschen mit falschen Hintergedanken anziehen.

Fragen Sie sie. Surfen sie mit ihnen in ihrem sozialen Netzwerk und schauen sie zusammen an, was auf dem Profil ist.

Wenn man in einer Suchmaschine nach einem Namen sucht, kommt man normalerweise nicht direkt auf das entsprechende Profil. Es gibt verschiedene Anbieter wie Facebook, die eine eigene Suchfunktion haben. Bei anderen Anbietern, etwa MSN kann man nur nach gemeinsamen Interessen, aber nicht nach dem Namen suchen.

Facebook ist normalerweise bei Kindern so eingestellt, dass sie nicht über Google gefunden werden können. Gibt man aber den Namen bei der Suchfunktion von Facebook an, findet man das Profil einer Person. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer die Datenschutzeinstellungen im Bewusstsein zu haben, so dass fremde Besucher nicht alle Informationen einsehen können.

Wenn etwas im Internet veröffentlicht wurde, kann man tatsächlich nicht wirklich sagen, was damit geschieht. Wenn Sie Inhalte löschen, können sie trotzdem noch Spuren hinterlassen. Außerdem können andere Personen Fotos, Videos etc. bereits herunter geladen und gespeichert haben. Darum sollte man immer aufpassen, was man online setzt.

Man muss immer die Erlaubnis von einer Person einholen, wenn man ihren Namen, persönliche Angaben oder Fotos von ihr veröffentlichen will.

Es ist aufregend, im Internet über soziale Netzwerke zu kommunizieren! Trotzdem ist es wichtig, sein Profil so zu schützen, dass Fremde keinen Zugriff darauf haben. Ein Facebook-Konto sollte so eingestellt sein, dass nur Freunde es einsehen können. Man kann auch noch weiter gehen und verschiedene Listen für verschiedene „Arten“ von Freunden einrichten. So kann man zum Beispiel einstellen, dass ein Foto für gute Freunde sichtbar ist, aber nicht für die Familie. Dafür braucht man natürlich etwas Zeit, aber es lohnt sich, weil man seine Daten so am besten schützen kann.

Jedes Mal, wenn ein neuer Kontakt hinzu gefügt wird, solltest man auch entscheiden, in welcher Gruppe diese Person sein soll. Die Daten im Profil sollten so geschützt sein, dass nur Freunde sie einsehen können, so dass man eine Person erst einmal akzeptieren (und in eine Freundesliste eingliedern) muss, damit die Inhalte sichtbar werden.

Prinzipiell muss man 13 Jahre alt sein, um sich ein Profil bei Facebook einrichten zu können. Das hindert natürlich viele jüngere Kinder nicht daran, trotzdem ein Profil mit einem falschen Geburtsdatum ein zu richten. Als Elternteil sollten Sie entscheiden, ob ihr Kind dazu bereit ist oder nicht. Glauben Sie, dass es kein Problem ist, wenn Ihr Kind ein Profil will? Dann sprechen Sie mit ihm und richten Sie gemeinsam eines ein. Bringen Sie ihm bei, nur mit Personen zu sprechen, die auch im richtigen Leben mit ihnen befreundet sind und stellen Sie zusammen die Datenschutzoptionen ein. Stellen sie die Optionen zuerst relativ strikt ein, so dass Ihr Kind Informationen nur mit Menschen teil, die es kennt.

Handys und Smartphones

Diese E-Mails sind meistens eine Art Spam und funktionieren ähnlich wie die Kettenmails von früher. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich ein Handy oder ein anderes Geschenk bekommen sind so gut wie null. Sie sollten diese E-Mails löschen und sie auf keinen Fall weiter schicken.

Wenn Sie wissen, wer die Mobbing-SMS verschickt, können Sie die Eltern kontaktieren, um eine Lösung zu finden. Oft kennen sich die Kinder, die sich mobben, untereinander – aus der Schule, aus dem Jugendclub etc. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie auch die Schule verständigen, damit sie auf die Situation reagieren kann.

Kommen die SMS von ein und derselben Telefonnummer? Dann können Sie Ihren Handyprovider kontaktieren und die Nummer blockieren lassen. Ihr Kind wird dann keine weiteren Anrufe oder Nachrichten vom Mobber bekommen. Wenn die Situation sehr schlimm ist, können Sie auch die lokale Polizei verständigen.

Wenn man einen „Gratis“-Klingelton, -Logo o.ä. herunter lädt, unterschreibt man oft ohne es zu wissen einen Abovertrag – dann bekommt man ein Logo oder einen Klingelton pro Woche und muss diesen auch bezahlen. Dies ist jedoch illegal. Normalerweise haben wahrscheinlich eine Warnung oder allgemeine Geschäftsbedingungen auf der Webseite in sehr kleinen Buchstaben platziert. Leider gehen Jugendliche oft darüber hinweg, ohne sie zu lesen, oder indem sie sie nur überfliegen. Bevor man irgendetwas herunter lädt, sollte man dieses Kleingedruckte lesen. Die entsprechenden Anbieter wissen, dass Jugendliche das nicht tun und nutzen das aus. So kann das „kostenlose“ Herunterladen von Klingeltönen oder Logos sehr teuer werden.

Es gibt eine Reihe von Regeln, die die Anbieter von Klingeltönen oder Logos beachten müssen. Sie müssen zum Beispiel vorher deutlich machen, wie viele Töne oder Logos verschickt werden, von wem und wie teuer sie sind. Wenn ein solcher Abovertrag in Kraft tritt, muss eine erklärende Nachricht mit den folgenden Infos verschickt werden: Anzahl der Nachrichten, die noch kommen werden, ihr Preis und wie man sich abmelden kann. Wenn der Anbieter diese Regeln nicht einhält, können Sie sich bei der Ethikkommission der Telekomanbieter beklagen: www.telethicom.be oder klachten@telethicom.be. Sie können auch versuchen, das Abo zu stoppen, indem Sie dem Anbieter eine SMS schicken. Meistens reicht es, einen Codenamen (etwa den Namen des Anbieters) zu verschicken und das Wort „STOP“, z.B. „tones STOP“. Es ist oft schwer, den Codenamen zu finden. Manchmal finden Sie ihn am Ende der Informationsnachricht, manchmal nicht. Wenn alles klappt, bekommen Sie eine Antwort des Anbieters per SMS. So können Sie sich vergewissern, dass es tatsächlich geklappt hat. So kommen Sie aus der Falle.

Eine andere Möglichkeit ist es, Ihren Telefonanbieter zu kontaktieren und die SMS des Klingelton-Anbieters zu blockieren.

Bringen Sie Ihren Kindern bei, alle Geschäftsbedingungen und Regeln zu lesen, bevor sie sich bei einem Klingelton-/Logoanbieter anmelden. Es gibt Webseiten, die ausschließlich kostenlose Klingeltöne anbieten. Um sicher zu gehen, können Sie den Namen der Webseite in einer Suchmaschine suchen und dann in einem Forum sehen, in dem der Anbieter diskutiert wird. Wenn die Meinungen eher positiv sind, gibt es wenig Risiken mit dem „Gratis“-Klingelton. Wenn die Meinungen eher negativ sind, lassen sie besser die Finger davon.

Geolokalisation ist eine Technologie, mit der ein Benutzer heraus finden kann, wo z.B. die nächste Bäckerei ist. Das Konzept wurde von Facebook und anderen sozialen Netzwerken übernommen. So kann man seinen Freunden mitteilen, wo man sich gerade befindet. Umgekehrt kann man nach sehen, ob ein Freund gerade in der Nähe ist. Diese Anwendung ist nicht automatisch aktiviert, oft wird aber beim ersten Einschalten eines Smartphones gefragt, ob man seine Beiträge automatisch mit Informationen über seinen Standort ausstatten will. Diese Funktion sollte nicht automatisch aktiviert werden, denn sie kann auch missbraucht werden, um etwa die Position einer Person zu verfolgen oder Cyber-Mobbing zu betreiben. Man sollte genau darüber nachdenken, was man veröffentlicht und was nicht, und keine Anwendung automatisch Informationen auf ein Profil setzen lassen.